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BARFen Hund


Am Beispiel eines Hundes mit ca. 10kg Körpergewicht

Ein Hund braucht eine Futterration von 2-4% seines Körpergewichts pro Tag.
Die Mahlzeit setzt sich zusammen aus insgesamt 75% Fleisch mit Knochen* und 20% Gemüse, 5% reifes Obst, Beeren sowie Nahrungsergänzungen.

 * die 75% teilen sich wiederum in 40% Fleisch, 40% Knochen und 20% Innereien (Herz, Lunge, Pansen, Niere, Leber, Magen) auf!

Anstelle von Knochen (Kalzium- bzw. Mineralstoffquelle) kann man auch Eierschalenpulver, Algenkalk bzw. gemahlene Knochen verabreichen, am besten abwechselnd, da diese unterschiedliche Bioverfügbarkeit haben. Allerdings ist dann auf jeden Fall ein Kauersatz notwendig (z.B. getrockneter Pansen oder getrocknete Sehnen – Vorsicht bei Allergiker!).

Fleisch und tierisches Eiweiß:

Wechseln zwischen Geflügel (Huhn, Pute, Ente, Gans), Kaninchen, Fisch und Rind (nur wenn auch gut verträglich) oder andere Sorten.

 Wichtig: Immer vier Tage EINE Fleischsorte (Proteinquelle) füttern, dann erst wechseln.

Die Fleischstücke sollten mind. 2×2 cm groß sein, wenn möglich Faschiertes vermeiden, da dadurch Kaumuskulatur, Zähne und Magen zu wenig beansprucht werden.

Kein Lamm und Ziege füttern, da dies oft zu viel Hitze erzeugt und auch Allergien produzieren kann.

 In Ausnahmefällen ist bei einem gesunden Hund alles erlaubt bzw. bei einem Allergiker oft nur mehr eine Proteinquelle möglich.

Wenig bis keine Milchprodukte (am ehesten von der Ziege), wenn, dann nur vergoren wie z.B. Sauermilch, Joghurt, Buttermilch. Hartkäse/ Quargel sind hin und wieder als Leckerli okay.

Knochen:

Erlaubt sind Ochsenschlepp, Rinder- Kalbsbrustknochen, Putenhälse, Hühnerkrägen, rohe (!) Geflügelknochen (als Ganzes, nicht gebrochen oder geschnitten).

Knochen sind wichtig für die Zähne, daher mind. 2-3x pro Woche füttern, sie können aber auch täglich gegeben werden.

SEHR WICHTIG: Niemals Knochen gekocht bzw. geschnitten geben, da sie splittern können!
Außerdem: keine Röhrenknochen, sowie keine geschnittenen Schweinsknochen (d.h. Kotelettknochen) füttern.

Der Hund benötigt zudem täglich etwas zum Kauen (wirkt auch stressabbauend bzw. beruhigend): z.B. getrocknete Pansen, getrocknete Ohren, Lunge, Ochsenschlepp aus guter Quelle (z.B. der Fleischerei Foggenberger in Unterpremstätten) ohne Konservierungsstoffe!

Besser ist es aber immer etwas Frisches zum Kauen zu geben!

Gemüse:

Vor allem alles Grüne (auch Wild- und Wiesenkräuter), Wurzelgemüse etc.; Kartoffeln selten und nur gekocht füttern.

Gemüse entweder gedünstet oder roh püriert (Standmixer oder Moulinette) und niemals roh geben, da es dann schwer verdaulich ist.

Außerdem: Heucobs (gepresstes Heu) sowie getrocknete Kräuter dazu reichen.

Doch keine Nachtschattengewächse wie Paprika, Tomaten, Melanzani füttern.

Nahrungsergänzungen:

Unbedingt: Seealgenpulver, Spirulina, Chlorella, Gerstengras im Wechsel als Spurenelementzufuhr, Kräuter aus Garten, Wald und Wiese fein gehackt, sowie:

Alfa Alfa bzw. Luzerne, Weizengras und Gerstengraspulver (auch frisch) in Pulverform verabreichen, sorgen ebenfalls für eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr.

Keine künstlichen Vitamintabletten verwenden wie z.B. Centrum, Supradyn oder ähnliches! (Der Körper kann die Vitamine so nicht aufnehmen bzw. können sie ihm auch schaden.)

Öle:

Aus guter Quelle täglich einige Tropfen Lachs-, Krillöl, Leinöl oder Hanföl (Omega 3 Fettsäure) zu jeder Futterration.

Sowie 2 EL Mohnöl (Omega 7) pro Woche, Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl & Olivenöl sporadisch oder im Wechsel (zB. 2x pro Woche)

 2-3x pro Woche ein ganzes Ei, mit oder ohne Schale, bzw. nur der Eidotter. Immer roh!

Getreide:

Ist nicht für jeden Hund geeignet!

Reis, wenn überhaupt, dann sehr gut gekocht (Reis/Wasser im Verhältnis 1:4!) füttern. Reis führt oft zu Allergien bzw. Juckreiz.

Besser als Reis sind vor allem Buchweizen. Außerdem Gerste-, Hirse-, Quinoa-, Amaranth- über Nacht eingeweicht oder gekocht, bei 30kg Körpergewicht max. 1 EL täglich!

 Keinen Weizen, keinen Dinkel, keine Haferflocken, kein Brot, keine Nudeln (erzeugen Allergien!)

Rechenbeispiel einer Tagesration für einen 10kg Hund:

Entspricht einem Mittelwert von 300g täglich, das heißt:

225g Fleisch und Knochen. Werden nur Fleisch und Eierschalenpulver gefüttert, dann ca. 220g Fleisch.

Wenn nicht täglich Innereien gefüttert werden, dann 2-3x pro Woche etwas mehr als 10% des Tagesbedarf Innereien.

(Mit dem Füttern von Leber vorsichtig beginnen, da sie Durchfall produzieren kann.)

60g Gemüse und 15g Obst und Beeren

Dazu Zusatzprodukte für die Gesundheit (Öle, Pulver, Ei etc.).

Die Ernährung soll einfach und abwechslungsreich (auf das Tier abgestimmt!) sein, sowie Tier und Mensch Spaß machen. Sie soll nähren – nicht nur den Magen füllen.

Wenn das Essen mit Liebe serviert wird freut sich auch der Hund.

Alle Angaben sind Mittelwerte und müssen in der Regel individuell angepasst werden!

Jänner 2015


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